Mistcapala
Musikkabarett der Spitzenklasse
mit Mistcapala


Originelle Texte, schräge Instrumentenzusammenstellungen und virtuoses Spiel sind die herausragenden Merkmale des satirischen Herrenquartetts Mistcapala. Sprühende Lebensfreude, außergewöhnliche Instrumente und allerfeinstes Musikkabarett sorgen für überschäumende Pressekritiken.
Eine Schublade ist für dieses herzerfrischende Ensemble nicht so leicht zu finden, denn es bringt eine einmalige Mischung aus musikalischer Comedy, feinster Folk-Musik, bestem Kabarett und eine erstaunlich saubere Instrumentenbeherrschung: Fetzig, poetisch, feinsinnig, witzig. Die vier Vollblutmusiker lassen ihr Publikum von der ersten Minute ihres Auftritts an nicht zur Ruhe kommen. Mistcapala - das sind die Top Vier des deutschen Musikkabaretts. Presse: „Verschrobene Texte, trockener Humor und exzellent gespielte Musik“
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  Ausgabe Karlstadt
  vom Mittwoch, den 30. Mai 2012

von Josef Riedmann
Schrill und bunt und hoch musikalisch
„Mistcapala“ bietet beste Unterhaltung im Karlstadter Theater in der Gerbergasse

Musikalisches Kabarett, schrill und bunt, unpolitisch, aber tiefgründig in der Beobachtung der Menschen, verpackt in originelle Melodien und gespielt auf außergewöhnlichen Instrumenten, das bot das Herrenquartett „Mistcapala“ am Freitag im Karlstadter „Theater in der Gerbergasse“.

Es dauerte einige Zeit, bis der Funke von den vier Herren in Schwarz auf das Publikum übersprang. Aus Landsberg am Lech kommend, wo laut Umfrage eines Magazins „die glücklichsten Menschen Deutschlands“ leben, möchten sie die Lebensfreude in die Republik hinaustragen. In der Beamten-Klamotte einer Grenzkontrolle auf der Fahrt nach Bern wird das Ziegenfell eines fränkischen Dudelsacks als vermeintlicher Tierkadaver zum Einreisehindernis, bis in einem „Schweizer Grenzkonzert mit Dudelsack und sehr kleinem Orchester“ ein schottisch-fränkisch angehauchtes Folklorestück alle Zweifel beseitigen. Nachdem sich die Herren sogar einen Besuch in Duttenbrunn vorstellen konnten, hatten die Künstler das Publikum auf ihrer Seite.

Tom Hake präsentierte sich als musikalisches Allround-Talent, der fast jedes Instrument beherrscht wie Ukulele, Mandoline, Klarinette, jede Art von Dudelsack oder Harfe. Auch schauspielerisches Können zeigte er als genervter Rentner, der seit 30 Jahren die musikalischen Torturen durch seine Mitmieter ertragen muss, so dass er sich im hohen Alter nochmals dem Posaunenspiel zuwenden möchte. Zunächst vom Publikum ungläubig beobachtet, erzeugte Hake außerweltliche sphärenhafte Klänge auf einem Theremin, einem elektronischen Instrument, mit dem in einem Magnetfeld berührungslos mit den Händen Töne erzeugt werden.

Immer lächelnd plagte Armin Federl, der Kopf der Truppe, die Tasten seines Akkordeons. Kritik am Jagdeifer mancher Zeitgenossen übte er mit seinem auf einem Kameradschaftsabend der Jäger vorgetragenen Gedicht „Der Frühling lässt sein blaues Band wieder flattern durch die Lüfte. Da schieß ich Amsel, Fink und Star direkt aus der Hüfte“. Rabenschwarz singt die Gruppe hierzu „Der Hirsch bezahlt die Zeche“.

Virtuose an den Zupfinstrumenten ist Vitus Fichtl. In dem Stück „Falle niemals aus der Rolle, komme was auch kommen mag“ verkleidete sich Fichtl mit Strümpfen an der Brille und einem Herrentanga auf dem Kopf als Goofy im Disney-Park. Seinen Auftrag erfüllt er so ernsthaft, bis er im Plastiksack hinausgetragen werden muss. Auch als Kung-Fu-Fighter zeigte er sich von seiner komischen Seite.

Auf dem Kontrabass hat Tobias Klug alle Klangfacetten vom Jazz bis zum zartem Streichbass parat. Der gebürtige Dresdner ist neben seinen Auftritten bei Mistcapala auch mit einem Soloprogramm und einem Kinder-Marionettentheater unterwegs. Auch gesanglich hat er viel zu bieten, beispielsweise mit dem Wiener Lied „I muss an Doppelgänger ham, der gerne Wein trinkt“, das er in schönstem Sächsisch vortrug.

Zwerchfellerschütternd war die Rap-Nummer zu Peter Hammerschlags „Die Unlustknaben“, in der der „gemischte Knabenchor“ und Tom Hake in Lack und Leder dem österreichischen Kabarettisten der 1930er Jahre ihre Reverenz erwiesen. Als tschechisches Kurorchester „Jaroslav Miller und die vier Halunken“ interpretierten die Musiker den Hit der Rockgruppe Queen „Bohemian Rhapsody“ mit ihrem ausgefallenen Instrumenten-Mix. In einer Howard-Carpendale-Persiflage machte Hanke anstatt der Mutter im Zuschauerraum den Sohn an. Mit dem Lied „Der Goggolore tanzt“ über ein Wurzelmännchen vom Ammersee steigerte sich die Gruppe zu einem fulminanten Dudelsacktanz.

Die Besucher genossen den Abend exzellenter Musik, hervorragendem Gesang, tiefsinnigem Humor, häppchenweiser Gesellschaftskritik und vergnüglichen Sketchen.