Meine Leiche - deine Leiche
„Meine Leiche - deine Leiche“
Krimikomödie von Christine Steinwasser

Leitung: Kristina Ackermann, M. A.

Der Unternehmer Albrecht Greifenbrecht lässt alle Menschen in seiner Umgebung spüren, dass sie ihm schnurz sind und er die Macht und das Geld hat. Ob das seine Ehefrau und die Tochter sind, die unter seinem Despotismus und seinem Geiz leiden oder der Buchhalter, der zuwenig Gehalt bekommt oder der Kompagnon, dem die Anerkennung fehlt. Sie alle wollen ihn umbringen und jeder einzelne findet eine Möglichkeit, den Plan in die Tat umzusetzen. Nur zwei sind wirklich unschuldig und ausgerechnet auf die fällt der Verdacht.
MAIN-POST
  Ausgabe Karlstadt
  vom Donnerstag, den 05. Juli 2012

von Felix Hain
Erfrischend leichtes Theater
Realschüler spielen Krimikomödie „Meine Leiche - deine Leiche“

Das Karlstadter Theater in der Gerbergasse bietet nicht nur die Heimatbühne für die eigene Theatergruppe, sondern gibt auch regelmäßig Schülergruppen die Möglichkeit ihre Stücke auf einer richtigen Theaterbühne in kultiger Atmosphäre zum Vortrag zu bringen. So auch die Theater AG der Johann-Rudolf-Glauber-Realschule, die mit ihrer Kriminalkomödie „Meine Leiche, deine Leiche“ von Christine Steinwasser ein unterhaltsames Boulevardstück, gespickt mit viel Situationskomik und herausragenden Einzelleistungen, zur Aufführung bracht.

Die Story kommt recht klassisch daher. Der misanthropische Firmenchef Greifenbrecht, keck und überzeugend gespielt von Felix Lehmann, macht seiner Umwelt das Leben schwer. Angestellte und Verwandte am Rand der Verzweiflung schmieden jeder für sich einen tödlichen Plan. Nun gibt es eine Leiche und viele vermeintliche Mörder.

Die Polizei erscheint und natürlich werden die beiden einzigen Unschuldigen verdächtigt: die etwas naive, vor Liebe schmachtende Sekretärin, gespielt von Stefanie Erkal, und der lebensfrohe Hausmeister Moosgruber. Letzteren mimt Luca Schmitt-Walz auf grandios einnehmende Weise, mit bayerischem Dialekt versehen, verleiht er der Rolle fast kabarettistische Züge.

Auch das ungleiche „Good Cop/Bad Cop“-Double Inge Irre und Walter Denkste, Dana Hepp und Jan Wetekam, sorgt mit Missverständnissen und Wortspielverstrickungen für viele Lacher. Ein wenig Agatha-Christie-artiges Verwirrspiel hält Einzug, als alle Parteien den Mord an Greifenbach gestehen wollen, allerdings vermisst man ein wenig die „Twists“, die unvorhersehbaren Wendungen, die die Romane rund um Miss Marple oder Hercule Poirot zu solch intelligenten Werken machen.

Trotzdem oder gerade deshalb unterhält das Stück auf erfrischend leichte Art. Unter Regie ihrer Lehrerin Kristina Ackermann lassen die zehn schauspielbegeisterten Jugendlichen ein positiv überraschtes Publikum zurück.