Iss' scho wieder Weihnachten?
Iss' scho wieder Weihnachten?
KABARETT - MUSIK - COMEDY
Mit Werner Hofmann, Gerlinde Heßler, Marion Mahlo, Bernd Werkmeister,
Sina Mahlo, Barbara Wolf und Überraschungsgästen der ganz besonderen Art.

Ein buntes, nicht immer glitzerndes Weihnachtsprogramm: mit erstklassigen Einkaufstipps für kurzfristige Geschenke, z.B. ein goldenes Nixle, singende Krawatten, Parfümsocken, Blutwurschtsterne oder ein Bügeleisen mit Fernbedienung - der Wunsch jedes Hausmannes; mit einem dichtenden Weihnachtsengel, der den Akteuren schon bei den Proben auf den (Weihnachts-)Keks ging . also mit ganz normalen Weihnachtsgeschichten für "Mir und Dir" mit viel jazziger Weihnachtsmusik.

Die „Uraufführung“ am Donnerstag, 22.Dezember, ist zum Glück leider schon ausverkauft! Eine Zusatzvorstellung findet bei entsprechender Nachfrage am Freitag, 23. Dezember 2011, um 19.30 Uhr, im Theater in der Gerbergasse, Karlstadt, statt. Kartenvorverkauf: Mahlo-telecom, Hauptstr. 30, Karlstadt, Tel. 09353 / 9099490.
MAIN-POST
  Ausgabe Karlstadt
  vom Samstag, den 24. Dezember 2011

von Günter Roth
Akrobaten unter roter Zipfelmütze
Bunte Weihnachtsrevue in der Gerbergasse mit überraschungen für Auge und Ohr

„Iss' scho wieder Weihnachten?“, fragten Musiker, Kabarettisten, ein zartes Engelchen und drei tanzende Weihnachtsmänner in einer bunten Revue im Karlstadter Theater in der Gerbergasse mit fröhlichem Spaß, aber durchaus auch mit besinnlichen Momenten.

Die absolute überraschung gleich vorweg: Natürlich passen Break-Dance-Weihnachtsmänner ebenso wenig zum Christfest wie Pinguine zum Nordpol, aber die Vorstellung von Markus Heldt, Karen Waragjan und Ogün Sen war so umwerfend und erfrischend, dass sich keiner im voll besetzten Theater auch nur einen Augenblick daran störte. Mit toller Akrobatik und männlicher Kraft wirbelten die drei mit ihren roten Zipfelmützen über die Bühne und erhielten dafür tosenden Applaus. Gerne hätte das Publikum noch mehr davon gesehen.

„Weihnachten ist die Zeit, wo einem das Herz so richtig an die Nieren geht“, philosophierte Werner Hofmann gespreizt, pathetisch und narzisstisch gewandet in groß gemustertem Pflanzendekor, als wolle er ab 2012 die Nachfolge von Thomas Gottschalk antreten. Mit seinem bekannten Karschter Schmäh führte er über Weihnachtsmärkte, wo es fast nur Bratwürste und Glühwein gibt, und natürlich auch in die Karlstadter Nikolaustage, zu denen Menschen von weit her kommen, „um sich da verreckt zu lachen“. Weihnachten sieht Hofmann auch als die Zeit, in der man vergangene Schuld abtragen will. Weil er als Kind beim Stockleb gelegentlich Kleinigkeiten hat „mitgehen“ lassen, hat er jetzt als Wiedergutmachung heimlich die uralte Krawatte seines Vaters unter das Sortiment des Turmkaufhauses geschmuggelt. - Und, o Wunder, nach zehn Minuten war das gute Stück verkauft, war es doch trotz allem das modernste im Angebot.

Man ist so alt, wie man sich anfühlt, resümierte Hermine alias Gerlinde Heßler. Mit ihrem Göttergatten Hermann und den Enkelkindern Chantal sowie Kevin-Xaver flüchtet sie stets zu Weihnachten nach Gran Canaria, wo sie am Strand mit Sand und Star-Wars-Figuren eine stimmungsvolle Krippe bauen und wie an Ostern die Geschenke im Sand verstecken. Ganz besonders spritzig waren die weihnachtlichen Wortspiele „Wie wird Weihnachten werden“, die allesamt mit dem Buchstaben „W“ begannen und in dem Wunsch gipfelten: „Werner will warme Wienerli“.

Blöd finden die beiden, dass der vorweihnachtliche Stress immer früher beginnt - man sollte in den Geschäften doch wenigstens warten, bis das Freibad schließt. Das aber hat zur Folge, dass sie den Nikolaus für die Enkel bereits am 6. November bestellen, weil die Kleinen vier Wochen später den Heiligen Bischof nach Besuchen in der Schule, im Kindergarten, in der Ergo-Therapie und beim Kinderturnen schon satt haben.

Musikalische Leckerbissen boten Marion Mahlo (Gesang) und Bernd Werkmeister (Gitarre) mit einer geschickten Mischung aus jazzigen, swingenden und besinnlichen Melodien. Bei „Stille Nacht“ in Englisch und Deutsch - unsentimental, einfach nur schön gesungen - wurde es still im Zuschauerraum. Stimmungsvoll auch das Lied von Rolf Zuckowski „Mitten in der Nacht“.

Ein echtes Sahnehäubchen war Mahlos Töchterlein Sina als Engelchen, mal schüchtern, mal verzweifelt, mal frech oder zickig. Ständig wollte sie vergeblich die drei tanzenden Weihnachtsmänner ankündigen, bis sie es zum Schluss doch schaffte. Pfiffig und kess ihr Gedichtvortrag über das Weihnachtsfest in einer kruden Mischung aus Deutsch und Englisch.

Barbara Wolf las aus eigenen Erinnerungen an das Weihnachtsfest, als es „Goldene Nixle und silbernes Warteweile“ gab und die aufmüpfige Schwester tatsächlich vom Knecht Ruprecht in den Sack gesteckt wurde.