Heidi Friedrich und Birgit Süß
INVENTUR -
wir haben mitgeschrieben!


Eine fränkische Fusion von Heidi Friedrich (Bamberg) und Birgit Süß (Würzburg)
- zwei Frauen, drei Meinungen.

Die beiden Kabarettistinnen Birgit Süß und Heidi Friedrich lassen große und kleine Ereignisse zum Muttertag Revue passieren.
- und haben lustige Antworten auf unbequeme Fragen:
Was unterscheidet Muttertag von Vatertag?
Überall Revolutionen, Pleiten, Pech und Pannen: Wohin soll man da noch verreisen?
Und: Kommt man da auch wieder zurück?
24 Prozent der Deutschen wollen die Mauer wieder haben, aber: an der Grenze zu Griechenland!
Außerdem: Knut ist tot! Bin Laden ist tot!
Kreuzfahrtschiffe sinken! Wie lange ist das Haltbarkeitsdatum unseres neuen Bundespräsidenten?
„lm Gegensatz zu Karl-Theodor von und zu Guttenberg wachsen unsere Pointen auf unserem eigenen Mist...
Und darum können wir auch forsch behaupten:
Wir haben mitgeschrieben!“
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  Ausgabe Karlstadt
  vom Mittwoch, den 16. Mai 2012

von GŁnter Roth
Pfiffig-freche Inventur zum Muttertag
Birgit Süß und Heidi Friedrich im Karlstadter Theater Gerbergasse

Lauter Muttis begrüßten Birgit Süß (Würzburg) und Heidi Friedrich (Bamberg) im voll besetzten Theater in der Gerbergasse - allerdings auch ein paar männliche Muttis, wie sie spitz bemerkten. Spitze Anspielungen gab es zuhauf in ihrer mehr als zweistündigen „Inventur“, die sich so peu Š peu zur Bestandsaufnahme mit Rundumschlag entwickelte: von den Muttis natürlich über die Väter und Ehemänner, bis hin zu sinnfreiem Geblödel oder tiefem Blick in die menschliche Seele.

Wenn's am schönsten ist, soll man halt geh'n. Genau auf diesen Punkt brachten es die zwei aufgedrehten und manchmal auch überdrehten Komödiantinnen, als sie für die Zugabe ihr Publikum noch einmal so richtig in Wallung brachten. Da war die fränkische Interpretation „Ich war noch niemals in Heßlar und ging noch nie durch Karlburg in zerriss'nen Jeans“, frei nach Udo Jürgens.

Und da war die umwerfende Gesangsparodie „Unter der Burka“. Dass arabische Frauen dieses scheinbar diskriminierende Kleidungsstück eigentlich lieben, weil man darunter heimlich rauchen oder saufen kann, weil man nackt sein kann oder womöglich sogar mit einem unbemerkten Liebhaber unter der Kutte steckt. Die Gäste bedankten sich für diesen Schlussakkord mit großem Beifall.

Natürlich gab es scharfzüngige Sticheleien über den Kult oder den Horror rund um den Muttertag. „Das ist Ihr ganz persönlicher Freudentag - Sie müssen sich heute freuen!“ - Auch wenn es der gefühlt längste Tag des Jahres für manche Mutter sei. Mutti muss sich freuen über das „Gestrüpp von der Tanke“, über das Salzteigherz oder die Makramee-Schuhbändel. Kein Wunder, dass so manche Mama ihren Ehrentag eigentlich viel lieber so feiern würde wie der Papa, der mit seinen Kumpels zum Saufen loszieht.

Die Männer ließen die Kabarettistinnen diesmal relativ ungeschoren. Gut, auch ihr „Wille zum Größenwahn verdient Applaus“, wenn sie kochen oder grillen, aber ansonsten nahmen die zwei mit herrlich beißendem Spott lieber sich und ihre Geschlechtsgenossinnen auf die Schippe. „Spüre die Lücke!“ Mit Yoga auf dem Pfad nach innen, witzelten sie über das Gesundheitswesen sowie das Gehabe mit der alternativen Medizin und zeigten auf, wie wenig man braucht, um nichts zu haben.

Affektierte reifere Damen auf Kreuzfahrten mit dem unverzichtbaren Secco erkennen, dass auch die ärmste Stadt vom Oberdeck romantisch ist, weil man nichts riecht. Heftig war der Sketch, in dem Friedrich Schnupperwochen im Altenheim mit einem vorgezogenen Rollator-Kurs anpries und einen Veitstanz mit ihrem Rolli auf der Bühne aufführte.

Pfiffig, spritzig, professionell - vor allem im spontanen Dialog mit dem Publikum, frech, aber nie wirklich böse präsentierte das Duo ein Programm ganz nach dem Geschmack der Muttis - auch der „männlichen Muttis“!